Im Sommer 1965 legte Pfarrer Koller den
Gläubigen auch die Pläne für eine eigene kleine evangelische
Kirche in Wallersdorf vor. Sie sollte rund 70 Sitzplätze und einen
eigenen Gemeinderaum mit zusätzlichen 20 bis 25 Sitzplätzen erhalten,
der durch eine Schiebewand mit dem Gottesdienstraum verbunden werden konnte.
Voll Freude gingen die evangelischen Kirchenangehörigen daran, die
Finanzierung des Baues sicherzustellen.
Schon 1967 wurde mit dem Bau der eigenen, schon
lange herbeigesehnten kleinen Kirche östlich des Gemeindefriedhofes
begonnen. Über die Einweihungsfeierlichkeiten dieses Bauwerkes berichtete
die Landauer Zeitung am Montag, den 15. Januar 1968 wie folgt:
"Haus der Gemeinde" soll sein eine Stätte
des Glaubens
Einweihungsfeier mit vielen prominenten Ehrengästen
Krönung einer großen Opferbereitschaft
Wallersdorf: In einer schlichten und würdigen
Feierstunde wurde gestern das "Haus der Gemeinde" der evangelischen Gemeinde
Wallersdorf seiner Bestimmung übergeben. Neben den kirchlichen Würdenträgern
hatten sich auch zahlreiche prominente Gäste aus dem gesamten
Landkreis eingefunden. In den Reihen der Ehrengäste saßen Landrat
Dr. Winklhofer, Bürgermeister Renner, Pfarrer Renner als Vertreter
der katholischen Gemeinde, Prälat Zellner, Oberinspektor Templer aus
Landau sowie Vertreter des Gemeinderates und der Schule.
Oberkirchenrat Bürckstümmer aus Regensburg
betonte in seiner kurzen Begrüßungsansprache, dieser Tag sei
mit Recht ein Freudentag für die evangelische Gemeinde Wallersdorfs.
Endlich sei ein Zentrum geschaffen worden, in dem die evangelischen Christen
das Wort Gottes hören könnten. Jahrzehntelang habe man die Gastfreundschaft
der katholischen Kirche in Anspruch nehmen müssen, die die Friedhofskirche
für Gottesdienste der evangelischen Gemeinde zur Verfügung gestellt
habe. Oberkirchenrat Bürckstümmer sprach für diese entgegenkommende
Geste Pfarrer Renner besonderen Dank aus. Zwar sei der Neubau dieses Gemeindehauses
mit finanziellen Anstrengungen verbunden gewesen, doch hätten alle
evangelischen Christen in ganz Niederbayern gerne ihr Scherflein für
das Gelingen dieses Werkes gegeben. Man können sich jetzt froh dem
Wort des Psalmisten anschließen, der das sage: "Der Vogel hat sein
Haus gefunden und die Schwalbe ihr Nest." Zwar stelle sich das Haus in
Maßen ausgedrückt klein vor, doch werde in ihm die Fülle
des Wortes Gottes verkündet und wirksam.